FAZ-Artikel: „Wahl in Großbritannien: Das jüdische Problem der Labour Party“

FAZ-Artikel: „Wahl in Großbritannien: Das jüdische Problem der Labour Party“ vom 06.06.2017. Weiter zur Originalnachricht…

Warum ist das Bad News?

Was die FAZ dort auf ihrer Online-Seite veröffentlicht, ist nicht nur einfach Bad News, sondern tendenziöse Wahlkampfbeeinflussung.

Schauen wir zunächst einmal auf die politischen Positionen von Jeremy Corbyn, dem Vorsitzenden der Labour Party, um den es in dem Artikel hauptsächlich geht:

  • Er lehnt die britische Monarchie, New Labour (neoliberale Politik der Labour Party unter Tony Blair) sowie die Sparpolitik der derzeitigen britischen konservativen Regierung ab.
  • Er befürwortet den NATO-Austritt Groß-Britanniens, eine pazifistische Außenpolitik, eine Verstaatlichung öffentlicher Versorgungsunternehmen sowie die Abschaffung von Studiengebühren.
  • Er ist Gegner der nuklearen Rüstung seines Landes.
  • Er will höhere Einkommenssteuern für die Reichsten in der Gesellschaft sowie höhere Gewerbesteuern und will in Sozialwohnungen und öffentliche Verkehrsmittel investieren.
  • Er steht der israelischen Siedlungspolitik auf dem Gebiet der Palästinenser kritisch gegenüber und hat Kontakte zu Hamas und Hisbollah.

Jeremy Corbyn ist also kein weichgespülter Martin-Schulz-Pseudosozialdemokrat, sondern hat ernsthaft vor, echte sozialdemokratische Politik zu betreiben. Zudem hat er auch zu außenpolitischen Themen eine realistische und friedensfördernde Einstellung. Unter seinem Vorsitz hat sich die Mitgliederzahl der Labour Party innerhalb von zwei Jahren verdoppelt. Wegen der ignoranten Haltung der Premierministerin Theresa May von der konservativen Partei hat die Labour Party mit Corbyn als Kandidat in den anstehenden Wahlen eine ernsthafte Chance, stärkste Partei zu werden.

Wie kann man einen derart beliebten Politiker, der seit der Regierungsübernahme der konservativen Margaret Thatcher im Jahr 1979 das erste Mal wieder als Vorsitzender der Labour Party die Interessen der Arbeitnehmer in seinen Land vertritt, der Friedenspolitik betreibt und trotz durchweg schlechter Presse die Wahlen gewinnen könnte, beikommen? Wo ist die Schwachstelle?

Ganz einfach: Wer die israelische Politik gegenüber den Palästinensern kritisiert, der muss ein Antisemit sein! Diese miese Nummer zieht nun die FAZ ab, indem sie die vollkommen überzogenen, einseitigen und rufmörderischen Ansichten des neokonservativen amerikanischen Journalisten James Kirchick abdruckt.

Mit dieser Art von „Journalismus“ beweist die FAZ ihre Unterstützung für den Neoliberalismus, indem ihr keine Geschmacklosigkeit zu peinlich ist, um einen echten europäischen Sozialdemokraten und Friedenspolitiker zu diskreditieren.

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