Zeit-Kommentar: „Barack Obama beim Kirchentag: Botschafter eines anderen Amerikas“

Zeit-Kommentar: „Barack Obama beim Kirchentag: Botschafter eines anderen Amerikas“ vom 24.05.2017. Weiter zur Originalnachricht…

Warum ist das Bad News?

Dies ist Geschichtsverklärung par excellence. Der Kommentator Matthias Naß verkehrt mit diesen Sätzen die Realität der Amtszeit Obamas:

  • „Obwohl das Land wirtschaftlich gut dastand, als er aus dem Amt schied, hat Obama den Amerikanern die Angst vor den Härten der Globalisierung nicht nehmen können.“
  • „Weltpolitisch begann mit Obama eine neue Bescheidenheit, er wollte nicht überall und allerorten mit der ganzen Stärke der Supermacht intervenieren, in Syrien etwa, oder in Nordkorea.“
  • „Ihm ging es um die Menschen- und Freiheitsrechte, er verteidigte Prinzipien, die dem jetzigen Präsidenten ziemlich egal sind.“
  • „Lädt der Kirchentag also den Richtigen ein? Ja, denn Obama legte an die Politik, gerade die Außenpolitik, nicht nur den Maßstab des Interesses, sondern auch den der Moral an.“

Vor allem steht Barack Obama nach dem Ende seiner Amtszeit wirtschaftlich gut da. Die  Rechte an ihren Büchern haben er und seine Frau für 65 Millionen Dollar verkauft. Für eine einzige Rede vor Wall-Street-Bankern erhält der ehemalige Präsident 400.000 Dollar. Für die Durchschnittsverdiener in den Vereinigten Staaten sieht es jedoch nicht so rosig aus. Tatsächlich ist der wirtschaftliche Wohlstand der USA während Obamas Amtszeit im internationalen Vergleich gesunken. Obamacare, sein großer Wurf, ist eine staatlich geförderte Pflichtkrankenversicherung, welche vornehmlich die privaten Krankenversicherungen reich macht. Wieso kann sich ein solch wohlhabendes Land wie die USA nicht eine steuerfinanzierte Gesundheitsgrundversorgung leisten, wie sie beispielsweise in Großbritannien, Australien oder sogar in Brasilien existiert?

Gestiegen sind hingegen die Rüstungsexporte, nämlich auf das Doppelte im Vergleich zur Amtszeit von George W. Bush. Ein Großteil dieser Waffen ging an Saudi-Arabien, das nun einen grausamen Krieg im Jemen führt. Unter Obama waren die USA zum ersten Mal zwei Amtszeiten ununterbrochen im Krieg mit anderen Staaten, so zum Beispiel durch Luftschläge in Libyen, Afghanistan, Irak und Syrien. Zudem hat Obama den heimtückischen Drohnenkrieg ausgeweitet, bei dem mutmaßliche Terroristen ohne Anklage und Gerichtsverfahren in fremden Ländern ermordet werden. Zivile Opfer werden dabei stillschweigend in Kauf genommen. Unter ihm haben die USA lediglich von einer offenen auf eine verdeckte Kriegsführung umgeschaltet. Das war die große Leistung von Barack Obama. Ganz schön bescheiden und moralisch, dieser Ex-Präsident.

Zu was ein moralischer handelnder US-Präsident in der Lage gewesen wäre, zeigt dieser ironische Beitrag.

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