Süddeutsche-Artikel: „Macron ist nach Hacker-Angriff zum Schweigen verdammt“

Süddeutsche-Artikel: „Macron ist nach Hacker-Angriff zum Schweigen verdammt“ vom 06.05.2017. Weiter zur Originalnachricht…

Warum ist das Bad News?

In einer Demokratie ist der Souverän das Volk. Am nächsten Sonntag, den 07. Mai 2017 soll der französische Souverän über seinen obersten Repräsentanten entscheiden, der für fünf Jahre die Geschicke des Landes leiten soll. Der Souverän hat ein Recht darauf zu wissen, wen er wählt und ob ein Kandidat sich strafbar gemacht hat, indem er zum Beispiel über ein Konto auf den Cayman Inseln Steuern hinterzogen hat – egal aus welcher Quelle die Erstinformation stammt.

Daher ist die Aufforderung der Wahlkommission in Frankreich an die Presse, Informationen aus den Leaks bis zur Wahl nicht zu veröffentlichen, falsch und beschädigt die Demokratie. Denn die Leaks beeinflussen bereits die Wahl, da sie Zweifel an der Integrität des Kandidaten Emmanuel Macron schüren. Eine Verschiebung der Wahl zur Aufklärung der Anschuldigungen sowie deren Grundlagen würde der Wahrheit, der Demokratie sowie der Stabilität des Landes einen großen Dienst erweisen. Was nützt es, wenn Macron am Sonntag gewählt wird und sich die Anschuldigungen hinterher als wahr herausstellten? Frankreich hätte dann einen Präsidenten, der sich einem Amtsenthebungsverfahren ausgesetzt sieht. Es wäre indes fatal, wenn aufgrund der derzeit nicht aufgeklärten Anschuldigungen gegen Macron Marine Le Pen Präsidentin wird und sich hinterher herausstellte, dass die Anschuldigungen unbegründet waren.

So oder ähnlich müsste ein neutraler, qualitativ hochwertiger Artikel eines deutschen Leitmediums aussehen. Doch was liefert die Süddeutsche in ihrer Berichterstattung?

  • „Kurze Zeit [nach Veröffentlichung der Leaks] begannen Diskussionen auf Donald-Trump-freundlichen Kanälen bei Reddit“ – Dies ist eine einseitige Information, denn auch auf anderen Kanälen wird über die Leaks diskutiert. Damit sollen die Leaks diskreditiert werden, weil unter anderem die Süddeutsche immer wieder die haltlose Behauptung aufstellt, die US-Präsidentschaftswahl sei bereits durch russische Hacks beeinflusst worden.
  • „Ein Teil der Daten scheint tatsächlich E-Mails von Mitarbeitern Macrons zu enthalten. Allerdings ist das Material durchsetzt mit Fälschungen und Falschinformationen.“ – Die Süddeutsche stützt sich dabei auf die Meinung eines „in der Szene gewöhnlich gut informierte[n] IT-Sicherheitsexperte[n]“, also auf eine Quelle, die nicht jedem sofort als vertrauenswürdig erscheint.
  • „Das von den Hackern erbeutete Material sei wohl so langweilig gewesen, dass die Angreifer einfach alles zusammengeworfen hätten, um möglichst viel Schaden anzurichten, vermutet der IT-Experte. Zusätzlich seien gezielt Fälschungen eingestreut worden.“ – Spekulation.
  • „Unter anderem gibt es Hinweise, dass einige der geleakten Dokumente mit Photoshop erstellt wurden.“ – Spekulation.
  • „Verdächtigt wird unter anderem die russische Hackergruppe APT28, die Verbindungen zu russischen Geheimdiensten unterhalten soll. Der IT-Sicherheitsexperte Vitali Kremez äußerte diese Vermutung gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Demnach weist der Angriff auf Macrons Team Ähnlichkeiten zu Hacks im US-Wahlkampf auf, die ebenfalls APT28 zugeschrieben werden.“ – Spekulation.
  • „Der Leak zielt ganz offensichtlich auf die vielen unentschiedenen Wähler.“ – Spekulation.

Was ist das für ein Journalismus, der sich ausschließlich auf Spekulationen beruft? Wem nützen diese wilden Spekulationen? Der Demokratie und dem Volkssouverän bestimmt nicht.

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