Telepolis-Artikel: „Das Finanzministerium, der ‚Deep State‘ und das Geldsystem“

Telepolis-Artikel: „Das Finanzministerium, der ‚Deep State‘ und das Geldsystem“ vom 09.04.2017. Weiter zur Originalnachricht…

Warum ist das Good News?

Jede Information, welche über unser Geldsystem, Staatsschulden, Zins- und Zinseszinseffekte sowie Geldschöpfung Auskunft gibt, ist im Prinzip eine gute Nachricht. Denn obwohl uns diese Themen alle etwas angehen, weil wir davon direkt betroffen sind, wird darüber in den Leitmedien viel zu wenig berichtet.

Wer kennt schon die Staatsverschuldung Deutschlands (ca. 2,2 Billionen Euro, davon 1,3 Billionen der Bund, 613 Milliarden die Länder und 144 Milliarden die Kommunen)? Wem ist bewusst, dass die Zinsen und die eventuelle Tilgung allein der Verschuldung des Bundes mit 20 bis 40 Milliarden Euro jährlich den zweitgrößten Posten im Bundeshaushalt ausmachen? Wer weiß, dass man mit dem Vermögen der reichsten 10 % der Deutschen von ca. 5 Billionen Euro (entspricht ungefähr zwei Drittel des Gesamtvermögens aller deutschen Haushalte) die Staatsschulden auf einen Schlag abtragen könnte und noch immer knapp 3 Billionen Euro übrig blieben? Sind Staatsschulden also nichts anderes als eine gute Geldanlage für die reichsten Menschen der Welt, weil ein Staat wie Deutschland so schnell nicht pleite geht und seine Zinsen stets pünktlich mit Steuergeldern zahlt? Sind Staatsschulden also ganz einfach eine Methode der Umverteilung von Arm nach Reich? Die Frage kann sich angesichts der Zahlen jeder selber beantworten. Dafür muss man weder Volkswirtschaft studiert haben noch Wirtschaftsweiser sein.

Auch was das Thema Geldschöpfung angeht, tappen die meisten Menschen vollkommen im Dunklen. Wer druckt die schönen bunten Papierzettel? Wie kommt das Geld in den Umlauf? Wer profitiert davon? Gedruckt wird das Geld durch die Europäische Zentralbank (EZB). In Umlauf kommt es dadurch, dass die EZB Geld an Geschäftsbanken verleiht oder Staatsanleihen mit frisch gedrucktem Geld kauft. Der Wert des Geldes wird also durch einen Teil der Staatsschulden gedeckt. Von den Zinsen profitieren die nationalen Zentralbanken wie die Bundesbank in Deutschland. Diese ist in Staatseigentum. Die aktuell in der EU umlaufende Geldmenge liegt bei 11,5 Billionen Euro. Doch nur 20 % davon werden von der EZB geschöpft. Die übrigen 80 % entstehen durch die Kreditvergabe von Geschäftsbanken. Dies ist möglich, weil die Mindestreserve in der Eurozone bei 1 % liegt. Eine Bank kann also mit einem Eigenkapital von 1 Euro Zentralbankgeld 100 Euro verleihen. Dieses so genannte Giralgeld ist nicht gedeckt und sorgt für einen Bankencrash, wenn alle Bürger ihr Geld von der Bank abheben wollen. Es wird aus dem Nichts von den Geschäftsbanken geschöpft. Und dafür zahlt dann der Kreditnehmer Zinsen an die Bank? Warum? Wieso überlässt der Staat den Geschäftsbanken diese Möglichkeit? Wieso haben wir kein Vollgeld (100% Mindestreserve)?

Wir nehmen Zinsen beim Verleih von Geld hin, als seien sie durch ein Naturgesetz begründet. Doch jeder, der einmal Monopoly zu Ende gespielt hat, der weiß, dass dieses Spiel immer gleich endet: Ein Spieler besitzt alle Straßen, alle Häuser und alles Geld, während die restlichen Spieler enteignet sind. Obwohl auch im richtigen Leben durch die immer weiter zunehmende ungleiche Vermögensverteilung alles darauf hindeutet, wie diese Entwicklung endet, will es kaum jemand wahrhaben. Zinsen führen immer zu einer Enteignung des Großteils der Bevölkerung. Am Ende steht immer der Zusammenbruch des Gesellschaftssystems. Wieso kennt kaum jemand das Konzept des Freigeldes, wie es Silvio Gesell bereits vor 100 Jahren vorgeschlagen hat? Dieses Geldsystem kommt ohne Zinsen aus.

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