Süddeutsche-Artikel: „Bundestagswahl: So behalten Sie den Durchblick im Informationskrieg“

Süddeutsche-Artikel: „Bundestagswahl: So behalten Sie den Durchblick im Informationskrieg“ vom 03.05.2017. Weiter zur Originalnachricht…

Warum ist das Bad News?

Der Grund für die Kategorisierung liegt nicht in der Berichterstattung, dass man in sozialen Netzwerken und in alternativen Medien mit absichtlich gefälschten Nachrichten konfrontiert werden kann, sondern darin, dass die Süddeutsche sich als „klassisches Medium“ davon ausklammert, von Ideologie und der Aussicht auf Werbeeinnahmen motivierte virale Enten zu produzieren. Dabei gibt es einige, sehr prägnante Beispiele für bewusste Falschnachrichten dieses Leitmediums.

Beispiel 1: Die angebliche Beeinflussung westlicher Politik durch Russland

Am 06.02.2017 veröffentlicht die Süddeutsche den Artikel „BND: Keine Beweise für Desinformations-Kampagne Putins“ von den Autoren Georg Mascolo und Nicolas Richter. Einen Tag später, am 07.02.2017 veröffentlicht sie den Artikel „Die Angst vor dem langen Arm des Kreml“ von genau denselben Autoren, in dem wortwörtlich als Bildunterschrift steht: „Versucht die russische Regierung, die öffentliche Meinung in Deutschland zu manipulieren? Die deutschen Geheimdienste vermuten das.“

An diesen widersprüchlichen Aussagen derselben Autoren in derart kurzem Zeitabstand erkennt man bereits, wie schwer sich die Süddeutsche tut, ihre ideologische Auffassung, Russland beeinflusse die westliche Politik, trotz äußerst dünner Faktenlage zu rechtfertigen. Am 22.02.2017, also zwei Wochen nach dem Eingeständnis der Süddeutschen, dass entweder die deutschen Geheimdienste oder das Kanzleramt nicht davon überzeugt sind, dass Russland die westliche Politik gezielt beeinflusse, titelt die Süddeutsche: „Russland und der Front National: Le Pen und die russischen Millionen„. Der Artikel versucht mit äußerst fragwürdigen und fadenscheinigen Argumenten, die russische Beeinflussung der Präsidentschaftswahl in Frankreich nachzuweisen. Aufgrund der eigenen Berichterstattung im Vorfeld muss dieser Artikel als Falschnachricht gewertet werden. Ein Einzelfall oder Fehler? Am 25.04.2017 veröffentlicht die Süddeutsche den Artikel „Wahl in Frankreich: Russische Hacker haben es wohl auf Macron abgesehen„, worin mit wilden Behauptungen über die Beeinflussung Russlands der französischen Präsidentschaftswahl spekuliert wird.

Beispiel 2: Die angebliche Verantwortung des syrischen Präsidenten Baschar al-Assad für Giftgasangriffe auf sein eigenes Volk

Immer wieder berichtet die Süddeutsche, dass Baschar al-Assad für Giftgasangriffe gegen sein Volk verantwortlich ist, wie jüngst in dem Artikel „Dutzende Tote bei Giftgasangriff in Syrien„. Teilweise erfolgt die Schuldzuweisung direkt, teilweise dadurch, dass Auffassungen der Regierungen der USA, Frankreichs, Großbritanniens und Deutschlands unkritisch wiedergegeben werden. Als verlässliche Quelle werden stets die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte und die Organisation Weißhelme zitiert. Die Informationen dieser beiden Quellen sind jedoch äußerst umstritten, was die Süddeutsche regelmäßig vergisst darzustellen. Sämtliche Giftgasangriffe sind bis heute nicht aufgeklärt. Es gibt erhebliche Zweifel an der Verantwortung Syriens für den bisher folgenschwersten Giftgasangriff in Ghouta 2013, auf welche die Süddeutsche in einem Artikel aus 2014 explizit hinweist. In allen nachfolgenden Artikeln der Zeitung werden diese Zweifel jedoch nicht dargestellt.

Fazit: In der Einseitigkeit der Berichterstattung der Süddeutschen zu den Giftgasangriffen ins Syrien muss man diese als Falschnachrichten werten, da sie umstrittene Quellen verwendet und begründete Zweifel an den Auffassungen westlicher Regierungen und Geheimdienste wider besseren Wissens regelmäßig unterschlägt.

Die Tipps der Süddeutschen zum Erlernen von Medienkompetenz sollten unbedingt erweitert werden: Traue niemals den Leitmedien in der Berichterstattung zur US-amerikanischen und deutschen Außenpolitik, denn deren Top-Journalisten sind in transatlantische Netzwerke eingebunden, wie die Dissertation von Uwe Krüger mit dem Titel „Meinungsmacht“ nachweist. Versorge dich mit Informationen von Journalisten, die eine angemessene Distanz zu Regierungsvertretern wahren und investigativ arbeiten, anstatt bei Nachrichtenagenturen und Wikipedia abzuschreiben. Qualitätsjournalismus findet man immer weniger in den Leitmedien und immer mehr bei Alternativmedien wie Telepolis, KenFM, free21, NachDenkSeiten etc. Informiere dich ruhig auch bei Medien wie RT Deutsch, welche von den deutschen Leitmedien als russische Propaganda verteufelt werden. Dort findet man erstaunliche Dokumente wie zum Beispiel die regelmäßigen Programmbeschwerden zweier ehemaliger ARD-aktuell-Redakteure über ihren ehemaligen Arbeitgeber: https://deutsch.rt.com/tag/Programmbeschwerde/.

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