Süddeutsche-Artikel: „Wahl in Frankreich: Russische Hacker haben es wohl auf Macron abgesehen“

Süddeutsche-Artikel: „Wahl in Frankreich: Russische Hacker haben es wohl auf Macron abgesehen“ vom 25.04.2017. Weiter zur Originalnachricht…

Warum ist das Bad News?

Der Titel deutet es bereits an: Dies ist keine Nachricht, sondern eine wilde Spekulation. Allein an der Anzahl der schwammigen Umschreibungen und der Wortwahl in dem kurzen Nachrichtentext kann man den fehlenden Informationsgehalt erkennen:

  • soll/sollte (5x)
  • wohl (4x)
  • unklar (2x)
  • offenbar (1x)
  • gehen davon aus (1x)

Hinzu kommt, dass in dem Artikel die Veröffentlichung interner E-Mails von Hillary Clinton und deren Wahlkampfmanager John Podesta während der Präsidentschaftswahl in den USA 2016 so in den Text eingewoben wird, dass der Eindruck entsteht, dies sei auch auf einen russischen Hack zurückzuführen. Tatsächlich hat jedoch Wikileaks die betreffenden E-Mails veröffentlicht, und woher Wikileaks die Daten hat, ist bis heute nicht geklärt. Die Darstellungsweise des Süddeutschen-Artikels könnte man als Panne werten, wenn die Zeitung nicht ständig einseitig und ohne angemessene Darstellung der Faktenlage über russische Einmischungen in die westliche Politik berichten würde. Vor diesem Hintergrund ist dieser Artikel einfach als eine weitere gezielte Manipulation des Lesers zu werten.

Wenn man neutrale Hintergrundinformationen über den Einsatz von Cyberwaffen und die Herkunft von Interna in westlichen Wahlkämpfen erhalten möchte, sind die Süddeutsche sowie andere deutsche Leitmedien die denkbar falscheste Adresse. Guten Journalismus zu diesem Thema, der ohne eine Inflation von schwammigen Begriffen und Konjunktiven auskommt, findet man hier, hier und hier.

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