Süddeutsche-Artikel: „Luftangriffe der Anti-IS-Koalition fordern Dutzende Todesopfer in Mossul“

Süddeutsche-Artikel: „Luftangriffe der Anti-IS-Koalition fordern Dutzende Todesopfer in Mossul“ vom 25.03.2017. Weiter zur Originalnachricht…

Warum ist das Bad News?

Die Berichterstattung zum Angriff auf die irakische Stadt Mossul wird auf sueddeutsche.de durchweg neutral bis positiv zugunsten der irakischen und US-Streitkräfte dargestellt. Zunächst einmal fällt auf, dass fast durchgehend von irakischen Streitkräften und einer Anti-IS-Koalition berichtet wird, welche die Stadt angreifen. Erst im zweiten Teil des Artikels wird erklärt, dass diese Koalition von der USA angeführt wird. Der Feind ist eindeutig die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat, welche unzweifelhaft die Bösen in dieser Auseinandersetzung sind. Zwar sind bei den Attacken hohe Opferzahlen unter den Zivilisten zu beklagen, doch es wurde nachträglich Ausrüstung des IS an einer Stelle gefunden, an dem die Opfer gemeldet wurden. Hier wird angedeutet, dass es sich vielleicht gar nicht um zivile Opfer handelt. Die Anti-IS-Koalition hat sich gnädigerweise zu einer Unterbrechung der Kampfhandlungen entschieden, um die Angriffsstrategie zu ändern. Nun wird über chirurgisch präzise Operationen nachgedacht, um die Opferzahlen gering zu halten.

Der Angriff auf Mossul ist fast eine 1:1-Kopie der Einnahme Aleppos in Syrien durch syrische und russische Streitkräfte vor knapp einem halben Jahr. Wie die Berichterstattung auf sueddeutsche.de hierzu aussah, kann man eindrucksvoll in deren Archiv bewundern:

In der Berichterstattung zu Aleppo wird immer von Streitkräften der Russen und dem syrischen „Regime“ gesprochen. Fast durchgehend werden die Gegner dieser Streitkräfte entweder nicht benannt oder mit Rebellen tituliert, obwohl es sich letztendlich um Terroristen der Al-Qaida handelt. Immer wieder werden die Angriffe als Kriegsverbrechen bezeichnet. Als Opfer der Angriffe werden Kinder in den Mittelpunkt gestellt. Auch von zerstörten Krankenhäusern und einer katastrophalen humanitären Lage wird berichtet.

Man muss blind sein, um die Einseitigkeit der Süddeutschen in ihrer Berichterstattung und des Verhaltens der westlichen Regierungen nicht zu erkennen. Während die Russen ein verbrecherisches Regime dabei unterstützen, Rebellen anzugreifen und dabei hohe Opferzahlen, vornehmlich unter Kindern, sowie die Zerstörung von humanitären Einrichtungen in Kauf zu nehmen, befindet sich eine „rechtmäßige“ irakische Regierung mit Unterstützung der USA in einem legitimen Krieg mit Terroristen, bei dem zwar auch Opfer zu beklagen sind, welche jedoch durch chirurgisch präzise Operationen minimiert werden. Kein Wort über tote Kinder oder zerstörte Krankenhäuser, stattdessen Zweifel, ob es sich bei den Toten tatsächlich um Zivilisten handelt.

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