Zeit-Artikel: „Unter Freunden: Website zeigt Trumps Beziehung zu Russland auf“

Zeit-Artikel: „Unter Freunden: Website zeigt Trumps Beziehung zu Russland auf“ vom 10.03.2017. Weiter zur Originalnachricht…

Warum ist das Bad News?

Der erste Kommentator dieser „Nachricht“ trifft es auf den Punkt:

Wenn man diesen Artikel unter der Rubrik „Satire“ veröffentlicht hätte, dann würde ich mich natürlich sehr freuen. Schließlich braucht man in der heutigen Zeit (und „Zeit“) einbißchen Humor. Doch leider meint die Autorin das ersnt. Was kommt danach? „Putin beeinflust unser westliches Wetter um mehr Gas zu verkaufen“? Bin sehr gespannt.

Was hier in der Zeit als Nachricht betitelt wird, erfüllt alle Kriterien von Kriegspropaganda. Die Webseite eines amerikanischen demokratischen Kongressabgeordneten als neutrale Quelle zu verkaufen, um den negativen Einfluss Russlands auf die amerikanische Politik zu belegen, ist Irreführung des Lesers und hat mit Journalismus nichts, auch nicht ansatzweise gemeinsam. Was in aller Herrgottsnamen ist schlimm daran, dass Mitglieder des Kabinetts von Trump freundliche Beziehungen zu Russland unterhalten? Was ist negativ daran, dass die Regierung eines bis an die Zähne bewaffneten Imperiums wie die USA sich mit einer ehemaligen Supermacht, die noch immer über ein weltvernichtendes Atomwaffenarsenal verfügt, gut stellt? Wer eine derartige Nachricht als Gefahr für die Welt verkauft, der hat nur eines im Sinn: Aufrüstung und Krieg.

Ich gehe sogar so weit und unterstelle der Autorin des Artikels, Hanna Lauwitz – Social Media Editor bei Zeit Online, eine absichtliche Irreführung und Manipulation des Lesers. Selbst ein Fünftklässler könnte die fehlende Substanz an Belegen für die Behauptungen in dem Geheimdienstbericht, den sie zitiert und der als Grundlage für die Anschuldigungen der russischen Einflussnahme auf die Präsidentschaftswahlen in den USA dient, erkennen. Wer des Englischen mächtig ist und Lust hat, 25 Seiten Realsatire zu lesen, der kann und sollte sich mit den so genannten Fakten, welche diesem Propagandaartikel zugrunde liegen, befassen: https://www.dni.gov/files/documents/ICA_2017_01.pdf.

Großartig ist die Begründung in dem Bericht, warum die amerikanischen Geheimdienste ihre haltlosen Behauptungen nicht belegen können: Man müsste sonst sensible Quellen und Methoden offenlegen und könnte so die Fähigkeit verlieren, weiterhin in Zukunft kritische ausländische Daten zu sammeln. Ansonsten besteht der Bericht aus Kritik an der Darstellung der amerikanischen Politik in den russischen Medien RT und Sputnik. Ausgerechnet den amerikanischen Geheimdiensten, die nachweislich Morde und Umstürze von demokratisch gewählten Staatsführern in der Welt durchgeführt haben, die komplette Welt belauschen und darüber lügen, dass die Balken brechen – eine Institution, welche sich der demokratischen Kontrolle entzieht, soll man nun Gauben schenken?

Ist das wirklich der Ernst der Autorin? Ja, leider. Und ihr so genanntes Qualitätsmedium unterstützt sie dabei, derartige Quellen zu verwenden, um ihr Publikum zu desinformieren. Denn das primäre Ziel des Artikels ist nicht Trump-Bashing, wie man es vordergründig meinen könnte, sondern die russische Regierung weiter zu diskreditierten, um so Russland für den Wahlerfolg rechter Parteien in Europa verantwortlich zu machen und noch mehr Überwachung und militärische Aufrüstung zu rechtfertigen.

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