Süddeutsche-Artikel: „Le Pens Draht nach Moskau“

Süddeutsche-Artikel: „Le Pens Draht nach Moskau“ vom 22.02.2017. Weiter zu Originalnachricht…

Warum ist das Bad News?

Diese Nachricht, welche dem Leser vorgaukelt, Russland würde sich in den Wahlkampf in Frankreich zugunsten des Front National einmischen, ist von jeglicher faktischen Grundlage befreit. Der Artikel ist nichts anderes als die propagandistische Vorbereitung auf den Wahlerfolg des Front National, um dann höhere Ausgaben für Rüstungen sowie den Inlands- und Auslandsgeheimdienst in den europäischen Staaten oder eventuell sogar ein militärisches Vorgehen gegen Russland zu legitimieren. Streng nach dem Motto: Wenn rechte Hetzer in Europa Wahlen gewinnen, kann nur der Russe schuld sein, und nicht etwa ein Politiktheater, das Gerechtigkeit verspricht und in Wirklichkeit jedoch die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinandertreibt.

Als Begründung für die angebliche Einmischung werden vier Indizien genannt:

  1. Die Vorwürfe des französischen Präsidentschaftskandidaten Emmanuel Macron, Russland würde sich einmischen. Doch selbst die Autorin des Süddeutsche-Artikels muss im Text zugeben, dass Macron keine Beweise liefert.
  2. Der Front National habe exzellente Kontakte zum Kreml, was an der Bewunderung Marine Le Pens für Putin, Besuchen in Moskau und an regelmäßigen Besuchen von Le Pens Nichte in der russischen Botschaft festgemacht wird. Wo ist da der Beweis für eine Einmischung Russlands? Angela Merkel hat 2003 als Vorsitzende einer Oppositionspartei George W. Bush in Washington besucht, und ihm versichert, dass Deutschland mit den USA den Irak angreifen würde, wenn sie Kanzlerin wäre. Hat die Süddeutsche damals spekuliert, dass sich die USA in den Bundestagswahlkampf 2005 zugunsten der CDU eingemischt hat?
  3. Ein 9-Millionen-Euro-Kredit der First Czech-Russian Bank aus 2014. Als Beweis für die Verbindung dieser Bank zum Kreml wird der Mitarbeiter eines vollkommen dubiosen Think Tanks aus Ungarn zitiert, welcher jedoch auch nur Vermutungen äußerst: „Die Bank ist offensichtlich mit dem Kreml vernetzt.“
  4. Der Front National stimme im Europaparlament eindeutig im Sinne Russlands ab, weil er sich gegen die Sanktionen gegen Russland ausspricht. Auch dieses „erdrückende“ Indiz kommt von dem ungarischen Think Tank Political Capital, dessen Transparenz hinsichtlich seiner Geldgeber hier bewertet wurde: http://static1.squarespace.com/static/52e1f399e4b06a94c0cdaa41/t/54e2c94ee4b0b72929ca8518/1424148814454/Transparify+2015+Think+Tanks+-+Report.pdf.

Als weiteres Indiz wird die Einmischung Russlands in den US-amerikanischen Wahlkampf genannt. Aufmerksame Beobachter des Zeitgeschehens wissen, dass der CIA dies aufgrund eines äußerst fragwürdigen Papiers eines ehemaligen MI6-Mitarbeiters behauptet hat, um die Wahl Trumps zu verhindern. Näheres hier im Blog: http://www.goodnews-badnews.org/2017/02/17/kenfm-artikel-der-trump-putsch/.

Zu guter Letzt müssen noch die Diffamierungen des Präsidentschaftskandidaten Macron in den russischen Medien Russia Today und Sputnik genannt werden. Wer jetzt nicht glaubt, dass sich der Kreml in den französischen Wahlkampf einmischt, der muss blind sein. So etwas Dreistes wie Diffamierungen von Präsidentschaftskandidaten oder gar demokratisch gewählten Staatsführern kommt in den deutschen Leitmedien niemals vor.

Vor dieser hervorragenden investigativen journalistischen Arbeit seitens der Süddeutschen, welche heute als Aufmacher auf www.sueddeutsche.de erschien, kann man nur den Hut ziehen. Bei ernsthafter Betrachtung stellt sich die Frage, wer eigentlich Fake-News und vollkommen haltlose Verschwörungstheorien verbreitet.

Anmerkung: Der Titel des Artikels der Süddeutschen wurde im Laufe des 22. Februars geändert zu „Le Pen und die russischen Millionen“. Den Originaltitel kann man jedoch noch am Link erkennen.

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