Spiegel-Artikel: „Studie zu Kriegsverbrechen in Syrien: Wie Aleppo gebrochen wurde“

Spiegel-Artikel „Studie zu Kriegsverbrechen in Syrien: Wie Aleppo gebrochen wurde“ vom 13.02.2017: Eine Studie des Atlantic Council liefert neue Belege für Kriegsverbrechen des syrischen und russischen Militärs. Beide Armeen griffen demnach in Aleppo gezielt Krankenhäuser an und setzten auch Streu- und Brandbomben ein. Weiter zur Originalnachricht…

Warum ist das Bad News?

Dieser Spiegel-Artikel reiht sich ein in eine Unzahl von sich wiederholenden Berichten in sämtlichen deutschen Leitmedien über syrische und russische Kriegsverbrechen. Die humanitäre Lage der Zivilbevölkerung, für die allein die syrische Regierung und das russische Militär, welches von Präsident Assad zu Hilfe gerufen wurde und sich damit dem Völkerrecht entsprechend legitim in Syrien aufhält, verantwortlich gemacht werden, wird zum Anlass genommen, das militärische Engagement der NATO in Syrien zu rechtfertigen. Denn dieses ist vom Völkerrecht nicht abgesegnet, da es an einem UNO-Mandat mangelt.

Man muss gar nicht auf den Inhalt der Studie eingehen, über die in dem Spiegel-Artikel berichtet wird, um die Unglaubwürdigkeit dieser Form der einseitigen Berichterstattung zu entlarven. Es reicht allein eine Suche im Archiv der Spiegel-Seite nach den wahren Gründen für das militärische Engagement der USA und der NATO in Syrien, um festzustellen, dass der Spiegel – ebenso wie alle anderen deutschen Leitmedien – nicht darüber berichtet. Alternativmedien wie Telepolis veröffentlichen hingegen seit Jahren immer wieder Artikel über eine geplante Gaspipeline aus Katar über Saudi Arabien und Syrien, welche Europa unabhängiger von russischem Erdgas machen soll, von Präsident Assad jedoch aus Rücksicht auf die Interessen Russlands abgelehnt wurde. Diese Ablehnung ist der eigentliche Grund, warum die USA Terrorgruppen in Syrien finanzieren und damit den Bürgerkrieg in Syrien anheizen, um Assad zu stürzen. Mehr dazu hier: https://www.heise.de/tp/features/Syrien-Ein-Krieg-aus-energiepolitischen-Gruenden-3378589.html

Doch auch die Studie selbst, über die Spiegel Online berichtet, erscheint mit diesem Hintergrundwissen in einem unglaubwürdigen Licht, wenn man sich deren Urheber genauer ansieht. Der Atlantic Council ist ein US-amerikanischer Think Tank, der sich durch die Zusammenarbeit von global agierenden Großunternehmen mit politischen und militärischen Führern auszeichnet. Finanziert wird er ausgerechnet von Rüstungsunternehmen, Großbanken und Ölfirmen. Sogar ein deutscher Ferngasnetzbetreiber, die Verbundnetz Gas AG ist dabei, wie Lobbypedia berichtet: https://lobbypedia.de/wiki/Atlantic_Council

Guter Journalismus zeichnet sich durch eine ausgewogene Berichterstattung aus, welche Hintergründe investigativ durchleuchtet und Veröffentlichungen von einseitig politisch und wirtschaftlich motivierten Think Tanks nicht einfach unkritisch verbreitet.

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